Zwei Wochen voller Flüge, Fortschritte und Gemeinschaft

42 Teilnehmende erleben gemeinsames Segelfluglager in Wittstock-Berlinchen

Wittstock-Berlinchen/Hodenhagen. Zwei Wochen Segelfliegen, intensive Ausbildung, zahlreiche persönliche Erfolge und eine starke Gemeinschaft: Vom 11. bis zum 25. Juli 2026 fand auf dem Segelflugplatz Wittstock-Berlinchen ein gemeinsames Sommerfluglager mit insgesamt 42 Teilnehmenden statt. Fliegerinnen und Flieger aus Hodenhagen, Bielefeld, Uelzen und Lüneburg verbrachten dort 14 ereignisreiche Tage miteinander.

Initiiert und organisiert wurde das Fluglager von Peter Banschbach, Jugendleiter des Aero-Clubs Hodenhagen, und Alexander Hildebrand, Schriftführer im Vorstand des Aero-Clubs Hodenhagen. Unterstützt wurden sie von zahlreichen engagierten Helferinnen und Helfern sowie einem erfahrenen Team von Fluglehrenden. Dazu gehörten Markus Langemann, Jürgen Schwendtfeger, Sebastian Vogt, Lutz Warnek, Andreas Alzer, Bernhard Mehl und Richard Breum.

Bereits die Anreise war mit erheblichem organisatorischem Aufwand verbunden. Flugzeuge, Fahrzeuge, Anhänger, Campingausstattung und zahlreiche weitere Materialien mussten sicher nach Wittstock-Berlinchen gebracht werden. Vor Ort wurden die Segelflugzeuge gemeinsam aufgerüstet, überprüft und für die kommenden zwei Wochen vorbereitet. Wie im späteren Flugbetrieb war auch hierbei Teamarbeit gefragt.

Flugbetrieb mit Winde und Flugzeugschlepp

Im Mittelpunkt des Lagers stand der tägliche Flugbetrieb. Je nach Wetterlage und Ausbildungsziel wurde sowohl im Windenstart als auch im Flugzeugschlepp gestartet. Dadurch konnten die Flugschülerinnen und Flugschüler unterschiedliche Startarten trainieren und wertvolle praktische Erfahrungen sammeln.

Zum eingesetzten Flugzeugpark gehörten unter anderem zwei doppelsitzige ASK 21, eine ASK 23, eine Dimona, ein Discus 2c, ein Karat, eine ASW 24, eine Ka 6 sowie ein Salto. Damit standen sowohl bewährte Schulungsflugzeuge als auch leistungsfähige Segelflugzeuge für Überlandflüge und ein kunstflugtaugliches Segelflugzeug zur Verfügung.

Neben dem Platzrundenbetrieb wurden zahlreiche längere Flüge und Überlandflüge durchgeführt. Die Pilotinnen und Piloten nutzten die guten Wetterbedingungen, um Strecken zu fliegen und ihre Kenntnisse in Navigation, Wetterbeobachtung und Entscheidungsfindung zu vertiefen.

Auch mehrere Außenlandungen gehörten zum Lagergeschehen. Außenlandungen sind ein fester Bestandteil des Segelflugs und werden bereits während der Ausbildung ausführlich vorbereitet. Wenn die Thermik nicht mehr ausreicht, um den Heimatflugplatz oder einen anderen Flugplatz sicher zu erreichen, müssen Pilotinnen und Piloten rechtzeitig eine geeignete Fläche auswählen und dort landen. Anschließend beginnt die gemeinsame Rückholaktion – ebenfalls ein gutes Beispiel dafür, wie sehr der Segelflug von Zusammenarbeit und gegenseitiger Unterstützung geprägt ist.

Kunstflug mit dem Salto

Ein besonders beeindruckender Teil des Flugbetriebs war der Segelkunstflug mit dem Salto. Erfahrene und entsprechend berechtigte Scheininhaber nutzten das Flugzeug für zahlreiche Kunstflugübungen.

Gerade bei hoher Wolkenbasis und guter Thermik herrschten dafür hervorragende Bedingungen, da ausreichend Ausgangshöhe zur Verfügung stand. Für die Piloten boten die Flüge eine wertvolle Gelegenheit, ihre präzise Flugzeugbeherrschung, Orientierung und Konzentration weiter zu trainieren.

Für die übrigen Teilnehmenden waren die Kunstflugfiguren am Himmel zugleich ein außergewöhnliches und beeindruckendes Erlebnis.

Große Fortschritte in der Segelflugausbildung

Gerade für die Jugendlichen sowie die Flugschülerinnen und Flugschüler bot das zweiwöchige Lager ideale Voraussetzungen, um in kurzer Zeit viele Starts zu absolvieren und wichtige Ausbildungsabschnitte zu erreichen.

Im normalen Vereinsbetrieb verteilen sich die Schulungstage häufig auf einzelne Wochenenden. Während eines Fluglagers kann dagegen über einen längeren Zeitraum kontinuierlich und nahezu täglich trainiert werden.

Mehrere Nachwuchspilotinnen und Nachwuchspiloten absolvierten während des Aufenthalts Teile ihrer B- und C-Prüfungen. Was im regulären Ausbildungsbetrieb häufig mehrere Monate dauert, konnte durch die intensive Schulung kompakt innerhalb der zwei Wochen erarbeitet werden.

Die B- und C-Prüfungen markieren wichtige Ausbildungsabschnitte auf dem Weg zur Segelfluglizenz. Dabei müssen unter anderem verschiedene Flugübungen, Kurvenwechsel, Ziellandungen und zunehmend selbstständig geplante Flüge sicher durchgeführt werden.

Die Fortschritte während des Fluglagers zeigten, wie wertvoll ein konzentrierter Ausbildungsbetrieb für den fliegerischen Nachwuchs ist.

Auch an Tagen mit schlechterem Wetter ruhte die Ausbildung nicht. Stattdessen fanden Theorieeinheiten statt. Behandelt wurden unter anderem fliegerische Grundlagen, Flugvorbereitung und die Nutzung moderner Bordinstrumente.

Bei einer Einführung in die Bordelektronik lernten die Teilnehmenden, wie Navigationsgeräte, Kollisionswarnsysteme und weitere technische Hilfsmittel sinnvoll eingesetzt werden können. Gleichzeitig blieb stets deutlich, dass elektronische Unterstützung eine sorgfältige Flugvorbereitung, eine gute Luftraumbeobachtung und verantwortungsvolle Entscheidungen nicht ersetzt.

Erfolge in der TMG-Ausbildung

Einen besonderen Ausbildungserfolg gab es auch im Bereich des Reisemotorsegelflugs. Madleen Frommholz absolvierte während des Fluglagers ihren ersten Alleinflug auf der Dimona und anschließend auch den vorgeschriebenen selbstständig geflogenen Navigationsflug über mindestens 150 Kilometer.

Gemeinsam mit Fluglehrer Markus Langemann führte sie außerdem einen Ausbildungsflug zum Flughafen Rostock-Laage durch. Ein solcher Flug unterscheidet sich deutlich vom Betrieb auf einem kleineren Segelflugplatz. Die Route muss sorgfältig vorbereitet, Wetter und Lufträume müssen geprüft und die notwendigen Funkverfahren sicher beherrscht werden.

Die Landung an einem kontrollierten Verkehrsflughafen war daher nicht nur ein besonderes Erlebnis, sondern auch ein anspruchsvoller Bestandteil der TMG-Ausbildung.

Auch Alexander Hildebrand und Peter Banschbach nutzten die Dimona für einen gemeinsamen Reiseausflug nach Peenemünde. Der Flug zeigte eindrucksvoll, wie vielseitig ein Reisemotorsegler eingesetzt werden kann. Neben der Ausbildung eignet sich die Dimona auch hervorragend für längere Strecken und gemeinsame Flugreisen.

Dieter Hoch besuchte die Gruppe ebenfalls und unterstützte den fliegerischen Rücktransport der Dimona.

Besuch aus Hodenhagen und besonderer Hubschrauberstopp

Auch der Erste Vorsitzende des Aero-Clubs Hodenhagen, Christoph Zederer, besuchte die Gruppe in Wittstock-Berlinchen. Er reiste mit dem Ultraleichtflugzeug FK 9 an und verschaffte sich vor Ort einen Eindruck vom Lagerleben und den fliegerischen Fortschritten der Teilnehmenden.

Ein besonderer Höhepunkt war der Besuch eines leichten Mehrzweckhubschraubers vom Typ Airbus H135 der Bundeswehr, der im Rahmen einer Weiterbildung auf dem Segelflugplatz Wittstock-Berlinchen landete.

Für die Teilnehmenden bot sich dadurch die seltene Gelegenheit, das Luftfahrzeug aus nächster Nähe zu erleben und einen Einblick in den Hubschrauberbetrieb zu erhalten. Der Besuch zeigte eindrucksvoll, wie vielfältig die Luftfahrt ist und wie unterschiedlich die Anforderungen an Segelflugzeuge, Motorflugzeuge, Ultraleichtflugzeuge und Hubschrauber sein können.

Einblicke in die Arbeit der Flugsicherung

Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch des Towers am Flughafen Berlin Brandenburg. Dort erhielten die Teilnehmenden einen Einblick in die verantwortungsvolle Arbeit der Fluglotsinnen und Fluglotsen.

Sie erfuhren, wie der Luftverkehr an einem internationalen Verkehrsflughafen koordiniert wird, wie Starts und Landungen aufeinander abgestimmt werden und welche Bedeutung eine klare Kommunikation zwischen Cockpit und Flugsicherung hat. Gerade für angehende Pilotinnen und Piloten war dieser Blick hinter die Kulissen besonders wertvoll.

Neben dem Towerbesuch führten zwei weitere Ausflüge nach Berlin. Auf dem Programm standen unter anderem das Brandenburger Tor, weitere Sehenswürdigkeiten, gemeinsames Sightseeing und eine Shoppingtour.

So bot das Lager neben der fliegerischen Ausbildung auch die Möglichkeit, gemeinsam neue Eindrücke außerhalb des Flugplatzes zu sammeln.

Gemeinschaft weit über den Flugbetrieb hinaus

Ein Fluglager besteht jedoch nicht nur aus Starts, Landungen und Theorieunterricht. Einen ebenso großen Stellenwert hatte das gemeinsame Leben auf dem Flugplatz.

Die Versorgung der 42 Teilnehmenden wurde gemeinschaftlich organisiert. In eingeteilten Diensten kümmerten sich die Gruppen um die Zubereitung der Mahlzeiten, das Grillen, den Abwasch und die Reinigung der gemeinsam genutzten Bereiche. Jeder übernahm Verantwortung und trug dazu bei, dass das Zusammenleben über zwei Wochen hinweg funktionierte.

Nach Ende des Flugbetriebs wurde gemeinsam Volleyball gespielt, im nahe gelegenen glasklaren See geschwommen oder der Abend am Lagerfeuer verbracht. Hinzu kamen verschiedene Spiele und viele gesellige Stunden, in denen neue Freundschaften entstanden und bestehende Kontakte zwischen den beteiligten Vereinen vertieft wurden.

Gerade diese Mischung macht den besonderen Reiz eines Fluglagers aus: Am Tag wird gemeinsam konzentriert gearbeitet und geflogen, am Abend sitzen Flugschülerinnen, Flugschüler, erfahrene Pilotinnen und Piloten, Fluglehrende sowie Helferinnen und Helfer zusammen.

Altersunterschiede und Vereinsgrenzen spielen dabei kaum eine Rolle. Entscheidend sind die gemeinsame Begeisterung für das Fliegen, die gegenseitige Unterstützung und das Vertrauen ineinander.

14 Tage, die in Erinnerung bleiben

Nach zwei intensiven Wochen fiel der Abschied vielen Teilnehmenden nicht leicht. Hinter der Gruppe lagen zahlreiche Starts, Überlandflüge, Ausbildungsfortschritte und besondere Erlebnisse. Es wurde gemeinsam gelernt, gearbeitet, gekocht, gelacht und geflogen.

Das Fluglager in Wittstock-Berlinchen machte deutlich, wie wertvoll mehrtägige Vereinsfahrten für die fliegerische Ausbildung und die Nachwuchsarbeit sind. Innerhalb kurzer Zeit können Flugschülerinnen und Flugschüler viele praktische Erfahrungen sammeln und ihre Fähigkeiten deutlich weiterentwickeln. Gleichzeitig erleben sie eine Gemeinschaft, die weit über den eigentlichen Flugbetrieb hinausgeht.

Ein besonderer Dank gilt den Organisatoren, den Fluglehrenden, allen Helferinnen und Helfern, den beteiligten Vereinen sowie den Verantwortlichen des Segelflugplatzes Wittstock-Berlinchen. Ohne ihren Einsatz, die umfangreiche Vorbereitung und die vielen übernommenen Dienste wäre ein Fluglager dieser Größenordnung nicht möglich gewesen.

Für die 42 Teilnehmenden bleiben 14 Tage voller fliegerischer Höhepunkte, großer persönlicher Erfolge und unvergesslicher gemeinsamer Momente – und bei vielen bereits jetzt die Vorfreude auf das nächste gemeinsame Fluglager.